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Seit 200 Jahren lockt die intakte Natur Urlauber auf Deutschlands größte
Insel - Rügen. Doch auch architektonisch hat sie einiges zu bieten.
Putbus zum Beispiel, das sich Inselfürst Wilhelm Malte Anfang
des vergangenen Jahrhunderts zur Residenz ausbauen ließ.
Binz ist seit hundert Jahren das erste Seebad am Platze und berühmt
für seine Bäderarchitektur. Die noblen Strandvillen sind nach
der Wende fast alle renoviert und zu Appartementhäusern umgebaut
worden. Wer sich hier einmietet, hat den berühmten Strand direkt
vor der Haustür. Drei Kilometer von Binz entfernt liegt Schloss
Granitz. Es diente Wilhelm Malte einst als Gästehaus.

Die Schaabe ist eine Nehrung, die die Halbinseln Jasmund und Wittow
miteinander verbindet: zehn Kilometer Sand und Meer pur! Nur am Anfang
und Ende der langgezogenen Bucht liegt jeweils ein kleiner Badeort. Über
die Schaabe kommt man nach Vitt, ein winziges Fischerdorf mit 13 reetgedeckten
Häusern, das inzwischen auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO steht.
Am Kap Arkona steht der alte Marine-Peilturm. Vom Kap Arkona lohnt
ein Abstecher nach Altenkirchen, zur zweitältesten Kirche
der Insel. Um 1200 wurde mit dem Bau begonnen. Anfang des vergangenen
Jahrhunderts predigte der Pfarrer und Dichter Kosegarten hier. Seinetwegen
besuchten damals Dichter und Maler die Kirche.

Sellin ist nicht so groß und nicht so teuer wie Binz. Blickfang
am Strand ist das Brückenhaus, das nach der Wende wiederaufgebaut
wurde. Für ein geringes Entgelt kann man sich samt Fahrrad auf die
andere Seite des Selliner Sees rudern lassen. Südlich von Sellin
beginnt das Mönchgut - ein Paradies für Wanderer und
Naturfreunde. Der südliche Strand zwischen Klein-Zicker und
Thiessow gilt als Starkwind-Revier und ist somit ein idealer Ort
für Surfer. Saßnitz war zu Fontanes Zeiten wegen der
guten Seeluft ein heiß begehrter Ort. Er verlor an Bedeutung, als
der Badeurlaub in Mode kam. Der Hafen von Saßnitz beherbergte zu
DDR-Zeiten die größte Fischereiflotte des Landes.

Insel Hiddensee - das kleine Eiland vor der Westküste Rügens ist quasi
ein touristischer Spätentwickler. Die landschaftlichen Reize vermitteln
Ruhe und Beschaulichkeit; sie lassen den Besucher in eine ganz andere
Welt eintauchen. Gerhart Hauptmann besuchte Hiddensee zum ersten
Mal im Sommer des Jahres 1885. Er wohnte in Kloster, in dem alten
Gasthof von Schlieker. Während dieses Aufenthalts entstand das Gedicht
"Mondscheinlerche".
Im Sommer 1896 kam er wieder und wohnte in dem einfachen Gasthaus von
Freese in Vitte. Nach seinem Tod 1946 in Agnetendorf wurde er nach
Kloster überführt und liegt dort begraben. Am Nordrand von Kloster liegt
auf dem Weg zum Inselmuseum die Villa Lietzenburg. Sie wurde 1904 in reinem
Jugendstil gebaut, Bauherr war der Maler Oskar Kruse, Schwager der Puppenmutter
Käthe Kruse. In den Zwanziger Jahren war sie ein Treffpunkt für Künstler.
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